Sprache für Roboter

Zum letzten Mal habe ich mich für den kleinen Gedichtband Poesie für Roboter mit einem technischen Zugang zur Sprache beschäftigt. Bei den Gedichten ging es neben einer großen Portion Experimentierfreude und Spaß auch darum, auszuloten, wie die damals geltenden Mechanismen der Optimierung von Texten für Suchmaschinen Lyrik verändern würden; oder anders gesagt: Wie würde Goethe heute schreiben um bei einer Suche nach Liebesgedicht ganz oben zu stehen.

Das Thema Texte bzw. Schreiben von und für Maschinen begegnete mir dann immer wieder in Form von Roboterjournalismus oder neulich als predictive writing – einer Mischung aus automatisierter Texterkennung, Wahrscheinlichkeitsrechnung und vermutlich etwas Machine Learning. Ja, das begeistert mich. Ja, darüber möchte ich mehr wissen.  Der Roboterjournalismus ist, wie ich es gesehen habe, schon sehr weit in manchen Bereichen (Sport zum Beispiel).

In den letzten Wochen habe ich mich in diesem Zusammenhang mit der (technischen) Konzeption von Texten für Sprachassistenten beschäftigt, also vom Chatbot bis hin zu Siri, Alexa, Cortana oder OK Google. Worauf muss geachtet werden und wie kann durch Sprache die Nutzererfahrung verbessert werden. Damit meine ich nicht nur eine schnelle Navigation zu gesuchten oder gewünschten Informationen, sondern auch Humor oder Motivation.

Besonders aufgefallen ist es mir, dass aus linguistischer Sicht Semantik und Pragmatik, also grob gesagt der Zusammenhang der Worte und ihr Kontext eine Rolle spielen. Bei der Gestaltung für Anwendungen für Amazons Alexa gibt es eigene Sprachregeln, die für die Gestaltung des Maschine – Nutzer Dialogs idealerweise befolgt werden müssen. Zusätzliche Testfälle geben eigene Modelle für Zwischenfragen (“Hilfe”) vor, die jede Anwendung erfüllen muss.

In diesem Bereich steht die Entwicklung noch ganz am Anfang. Das habe ich zumindest bei mir wahrgenommen. Damit meine ich nicht nur die Konzeption und Entwicklung von Inhalten für sprachgesteuerte Systeme, sondern auch die Nutzer: Ein Artikel, den ich neulich irgendwo gelesen habe unterstrich mein eigenes Verhalten: Je besser die Maschine spricht, desto mehr versuchen Nutzer sie über ihre Grenze hinaus zu führen. Vielleicht um zu wissen, dass es doch ein elektrisches Schaf ist, mit dem man zu tun hat.