Kostenloser ÖPNV und vier Spaziergänge

Eigentlich habe ich schon das fertig geschrieben, was unten steht. Aber dann kam ich drauf. Die Meldung heute: Sie überlegen kostenlosen ÖPNV!

Das finde ich super. Eine Idee! Diskussion. Veränderung. Finde ich gut.

Diese vier Spaziergänge passen da doch ganz gut

Ich schaue aus dem Fenster und sehe nichts. Dunkelheit und ein erleuchtetes kleines Fenster im Nachbarhaus. Wenn ich wieder etwas mehr nach oben schaue, ist weiter oben nochmal ein Fenster. Aber dort wohnen vermutlich DIY-Leute, denn das Licht fällt nur gedämmt durch einen Batik Vorhang nach draußen.

Ich schaue aus dem Fenster und sehe nichts. Weil ich nichts sehe, fange ich an, Gedanken zu folgen: Wie herrlich ein Spaziergang durch Wien ist; die weißen Häuser mit dem warmen Licht hinter den Fassaden. Die klingenden Trambahnen mit Wiener Dialekt hinter den beschlagenen Scheiben und die Donau am mit den glänzenden Bullaugen der Kreuzfahrtschiffe und Tragflügelboote. In diesem Bild suche ich einen Supermarkt um dann doch keine Mozartkugeln zu kaufen.

Wie faszinierend der Weg in Berlin vom Hotel zum Arbeitsort ist; In einer Stunde verändert sich die Stadt so oft: Neue Mietshäuser von uninspirierten BWLern, die bei Wikipedia einen Architektur Artikel gelesen haben geplant, alte Mietshäuser, Villen mit Cafés, ein kleiner Straßenstrich, Dönerbuden, Restaurants, alte Mietshäuser, renovierte Mietshäuser und immer die Menschen dazu, die hinter den Scheiben von verschiedensten Lampen angeleuchtet werden: Billig, teuer, alt, stilvoll alles. Dazu die Straßenbahn mit den schummrigen Gängen und Brandenburger Tor auf den Scheiben. Ich mochte das koreanische Restaurant.

Wie verrückt ein nächtlicher Spaziergang durch Köln beim Karneval sein kann: Ein Sandwich im gleisenden Licht des seelenlosen Franchise mit Münchner Bier, die vollen Bars in voller Party-Beleuchtung, eine Pizzeria schließt und die Belegschaft singt Backstreet Boys Karaoke. Dark Gandalf und sein Freund der Pinguin reden über Fangquoten im Atlantik, oder: Darf ich vom Pinguin ein Stück Thunfisch-Pizza annehmen.

Wie leise Stuttgart ist. Vom Bahnhof zur Sbahn, kaum Menschen, die im Weg herumlaufen, Dann die Sbahn oft sehr leer, kein Gedränge, freundliche Menschen, die ihrer Wege gehen. Ist das eine Stadt mit über einer halben Million Einwohnern? Jedes mal wenn ich dort ankomme muss ich mich erst an das irgendwie Stille gewöhnen. Jetzt im Moment freue ich mich auf das Geschrei und die Stadionwurst in der Arena.