Buchpreis-Buch: Die Hauptstadt.

Am Ende war ich etwas enttäuscht. Zu viel Kulturpessimismus. Zumindest habe ich diesen aus dem Ende des Romans Die Hauptstadt von Robert Menasse hineingelesen: Die EU ein Sweatshop für Karrieristen, in dem früher die Idealisten wirkten und heute die Egoisten. Im Fokus: Unnötiges und Eitelkeiten statt wichtige Fragen und überhaupt früher war alles besser als noch nicht jede Sau durchs Dorf respektive die Hauptstadt getrieben wird.

Ein Schwein spielt nämlich die wichtigste Rolle. Der Roman könnte meiner Meinung nach auch den Titel “Alle Menschen sind Schweine” tragen und dieses Motto in der Handlung wieder und wieder spiegeln. Vermutlich auch in der Gründungszeit der EU.

Die Handlung dreht sich um mehrere verschiedene Stränge, die irgendwie zusammenhängen, aber irgendwie auch nett. Jeder ist immerhin zumindest über mehrere Ecken das Schwein eines anderen Protagonisten.
Mir hat die Handlung innerhalb der EU-Instutionen am besten gefallen und ich habe einige Details schmunzelnd zur Kenntnis nehmen können (versteckte Aschenbecher etc.). Und ja: Für ein Buch, dass den deutschen Buchpreis gewonnen hat ist Die Hauptstadt sehr witzig.

Ein Buch, das mich über die Lektüre hinaus beschäftigt hat, auch in seinen Fragen – bis eben dann das Ende aus meiner Sicht etwas zu Kulturpessimistisch gerier. Denn jetzt gibt es ja Herrn Macron. Mehr möchte ich nicht verraten – vielleicht bietet sich danach die Lektüre von Hochdeutschland an.