Haare nice, Socken fly Momente

Am Freitag ist das neue Dexter Album „Haare nice, Socken fly“ erschienen und ich habe es in folgenden Situationen gehört.

  1. Auf dem Heimweg am Samstag Abend
  2. Auf dem Weg in die Berge im Auto
  3. Auf dem Weg zurück von den Bergen
  4. Auf dem Heimweg von der Arbeit mit dem Fahrrad

Folgendes ist mir mit dem Album passiert:

Am Samstag Abend fuhr ich mit dem letzten Bus nach Hause. Bei einem -hatten wir noch Musik auf die Plattenspieler gelegt und ich hatte ein paar tiefe Griffe in die Rockvinyls gemacht (Pantera, fucking hostile). Im Bus war es relativ langweilig. Da ich nur noch drei Prozent Akku hatte, starrte ich aus dem Fenster bis zur Umsteigestation.  Dort war mir dann alles egal: Ich streame jetzt „Haare nice, Socken fly“, sagt ich mir und schon gings los. Die ersten Tracks pumpten mich gleich richtig auf, so dass es mich auch nicht störte, dass im Bus Jungs waren, die unfreundlich aussahen, einen Hund hatten, der so groß war wie ein Tyrannosaurus mit eigenem Sitzplatz. Zum Glück hielt mein Akku die paar Stationen durch, so dass ich mit fester Testo Stimme sagen konnte: „Lasst ihr mich bitte raus?“. Sie ließen mich raus, tranken ihr Bier weiter. Danke Dexter. Die Songs: Richtig gut, ich mochte die Beats (wie erwartet), die Texte finde ich gut. So, yeah.

Am Sonntag – auf in die Berge: Klar muss im Auto nach dem Erlebnis des Vorabends die neue Dexter Schreibe gepumpt werden. Am Anfang auch mit richtig Erfolg – autofahren machte doppelt so viel Spaß und Beats und Texte hielten ihr versprechen der Nacht. Bis zum Stau: Ok – ich war sowieso recht schnell genervt davon an diesem Tag (wer kann schon bei 15l/m Regen mit Stau rechnen? WTF). Aber die Snare der trappigen Beats zwirbelte sich so richtig in mein Hirn und machte mich noch gereizter. Trotzdem zog ich durch – aber beim zweiten mal schön machen am Flughafen machte ich das Radio aus.

Ein paar Stunden später mit deutlich besserer Laune, kam das Album auch wieder besser. Flughafen jedoch ist jetzt schon ein Song, den ich nicht mehr besonders gut hören kann. Die Heimfahrt war aber sehr kurzweilig.

Montag auf dem Heimweg zur Arbeit auf ungefähr zehn Radkilometern quer durch die Stadt. Dexter Beats und Raps auf den Ohren durch den Englischen Garten. Die Sonne scheint, die Menschen lachen, ich bin entspannt und mit den Beats des Albums sprinte ich nicht nur einem E-Biker, der an der Tivoli Brücke auf dicke Hose macht hinterher, sondern bleibe auch mit lockerem Tritt im Dexter-Rhythmus am Montgelas Berg am Hinterreifen. Oben wird die Ampel direkt grün und ich denke nur: Wavy.

Was sagen mir diese vier Erlebnisse zu diesem Album?

Kein Album, wenn ich genervt bin. Definitiv nicht. Die Hi-Hat und die Snare können wirklich anstrengend sein. Insgesamt gefallen mir die Beats super – eine gute Mischung aus Dexter-Marken-Sound und Weiterentwicklung – insofern aus musikalischer Sicht super. Mir persönlich sind ein paar Trap Elemente zuviel dabei, was gerade dazu führt, dass ich das Album nicht zum entspannen hören kann, sondern – betrachtet man meine Erlebnisse oben, nur wenn ich entspannt bin. Die Texte sind gut und witzig – ich mag die Ironie und den Witz darin der Flow ist in Ordnung – ein bisschen mehr Vielfalt hätte mir gefallen.

Ich sage: Gutes Album, wird auf Vinyl gekauft – lustige Erlebnisse bei, ersten Hören!