Gelesen: Hochdeutschland

Dieses Buch hab ich gefeiert: Hochdeutschland von Alexander Schimmelbusch.

Zu Beginn war ich zwar skeptisch, denn ich habe nur Gutes über das Buch gelesen. Sogar eine fast euphorische Rezension im Hochfeuilleton. Wenn das Hochfeuilleton etwas euphorisch feiert, dann ist es mir meistens zu kompliziert. Trotz den Vorbehalten habe ich mir das Buch sehr kurzfristig in der Buchhandlung am Nordbad gekauft.

Vom Inhalt des Buches möchte ich gar nicht zu viel schreiben. Letztendlich geht es um die Sicht eines super reichen Bankers auf die Gesellschaft. Eine Sicht aus dem Elfenbeinturm der Hochfinanz – gerade zum Ende hin wird dies auch in der Handlung nochmals deutlich.

Was mir gefallen hat, ist nicht nur der vielschichtige Stil, der einen Zugang zum Buch aus verschiedenen Perspektiven ermöglicht, sondern auch die Vielfalt des Buches insgesamt: Bankentürme, verwurzelte Trails. Superjachte und andauernde Pitches. Der Modus des Pitches ist zudem charakteristisch für den gesamten Roman. Aber halt: Das führt jetzt zu weit bzw. wie viel Gesellschaftskritik und welche visionären Ideen kann man von einem Protagonisten erwarten, der Investment Banker ist.

Hochdeutschland empfand ich als zeitgenössisches Buch: Es seziert und parodiert macht aber auch nachdenklich ob der eigenen (mehr oder wenigen) diffusen Erwartungen.
Auch wenn ich nicht weiß, ob ich mich in fünf Jahren noch an dieses Buch erinnern werde – das Lesen hat mir sehr viel Spaß gemacht und auch gezeigt, wie weit bestimmte Denkmuster doch trotz aller Reflexion manchmal unhinterfragt bleiben.