Die zwei Bücher 2017

Vor Silvester überlegte ich mit Freunden, was unsere Bücher des vergangenes Jahres waren: Neuerscheinungen. Eine solche Auswahl ist natürlich immer so eine Sache und es gibt ungefähr tausend Argumente, warum man nicht ein Buch auswählen soll – bei rund 100.000 Neuerscheinungen ist das schon rein statistisch wagemutig. Wir haben es trotzdem gemacht und hier sind meine zwei Favoriten im Bereich der Roman Neuerscheinungen:

Die fürchterlichen Tage des schrecklichen Grauens von Roman Ehrlich und 8 Berge von Paolo Cognetti. Beide Romane möchte ich vor allem deshalb nennen, weil sie mich lange nach dem Lesen noch beschäftigt haben – mich inspiriert haben mich mit den in ihnen vorkommenden Themen weiter zu beschäftigen. Und viel wichtiger: Diese Themen durch die erzählte Geschichte in mir immer wieder – teilweise in den verrücktesten Situationen anzustoßen.

Zu die fürchterlichen Tage des schrecklichen Grauens gibt es schon einen Blog-Beitrag, weshalb ich hier nicht mehr viel dazu schreiben will. Es ist ein ungewöhnlicher Roman, ein Roman, der mich persönlich sofort hatte. Die Ideen sind so frisch, dass sie zum Teil noch dampfen und Roman Ehrlich erzählt mit so viel Leichtigkeit, dass meine Augen beim Lesen vor Staunen weit aufgerissen waren. Das Buch übersetzt für mich auch viele Themen literarisch, die gerade im letzten Jahr sichtbar waren: Angst, Medien, Nabelschau und Selbstdarstellung, vermittelte Wahrheiten und ein „sich reinsteigern“ in Dinge: Die fürchterlichen Tage des schrecklichen Grauens eben.

Zugegeben, für das Lesen muss man sich öffnen und etwas Lese-Erfahrung mitbringen. Ich würde sagen, dass man schon mindestens ein Buch im Jahr lesen sollte oder Serien wie Mr. Robot oder Black Mirror mögen muss um das Buch wirklich richtig abzufeiern.

Das andere Buch 8 Berge von Paolo Cognetti ist wirklich eine Entdeckung. Eigentlich hatte es mir eine Freundin zu einem abendlichen Treffen mitgebracht und ich hatte es mitgenommen. Während des Abends und auf der Heimfahrt hat es mir schon das Cover angetan: Berge, Sterne, Wald und Worte. Dazu stellte ich mir das leise Atmen der Gipfel und das Knirschen der Wanderstiefel beim Gehen vor.

Es ist ein leises, gleichzeitig eindringlich ausfüllendes Buch über Freundschaft, Familie, Entscheidungen und natürlich Berge. Es gibt auf diesen Seiten keine Klischees (auch wenn es sie gibt) und es gibt vieles, was nicht aufgeschrieben ist und in einem weitergeht. Jeder geht in die Berge, wie er oder sie es mag. Das Buch hat sehr viele wunderbare Landschaftsbeschreibungen und Betrachtungen.

Ich kann  es mir nicht vorstellen, dass jemand, der die Berge liebt, dieses Buch nicht mögen wird. Manchen anderen wird es vielleicht zu langatmig oder undurchsichtig sein: Es macht wie die Berge eben nicht zu viele Worte um seine Schönheit.

Jeder kann die Bücher selber suchen und bestellen. Ich bin im Moment zu faul ein Cover einzustellen.