#dftdsg

Ich habe ein Buch gelesen. Es hieß

Die fürchterlichen Tage des schrecklichen Grauens

Das Buch hat mir sehr gut gefallen.
Die Sprache ist toll. Der Stil ist eigenwillig.
Ich habe gelacht. Mich gewundert. Also kurz: Es war Lesevergnügen.
Das Buch hat mich an vielen Stellen im Alltag erinnert, nachdenklich gemacht, inspiriert, wieder eingeholt.
Bis ich dachte: Wenn man will sind viele Tage die fürchterlichen Tage des schrecklichen Grauens.
Für die Frau in meiner Straße zum Beispiel, die immer so aussieht, als hätte sie drei Tage SEO-Texte für verschiedene Hafermilchprodukte schreiben müssen.

Schreckliches Grauen. Fürchterliche Tage. Je länger das Buch gesickert ist, desto mehr habe ich darüber nachgedacht und zwar in Richtung Angst. Angst, in die ich mich hineinsteigern kann. Die ich teile und in die sich andere hineinsteigern, bis ich im Echoraum der Angst sitze, es von allen Wänden hallt und ich mir einen Aluhut kaufen will. Ein letztes bisschen Kontrolle zurück.

Ich stelle mir vor, wie leicht es fällt sich in eine Sache hineinzusteigern. Wie schnell ich nur einen Aspekt von etwas sehen kann/will/möchte/höre. Und dann lese ich dieses Buch und das Buch sagt mir, dass es so viele unterschiedliche Dinge gibt – Angst, Sorge, Befürchtung, Ärgernisse – seie es genannt wie man möchte – in die sich jeder gerne hineinsteigert. Und in diesem Buch teilen die handelnden Personen ihre Ängste.

Leben darin.
Gehen damit auf Wanderschaft.
Nehmen es als Legitimation für Schikane, Wut, Randale und Geheimniskrämerei.
Sind getriebene ihrer Gedanken die Kreisen und sich hineinwühlen und hineinsteigern in eine Sache.
Bis jeder Tag ein fürchterlicher Tag des schrecklichen Grauens ist.

Mit diesem Buch im Hinterkopf habe ich mir Boulevardzeitungen angeschaut. Die Headlines verglichen – sie sind zum Teil wie ein Angst/Befürchtungs/Sorgen/Wut-Supermarkt. Und dann habe ich mich dafür entschieden, ein paar Katzenvideos zu schauen, ein Bergpost auf Instagram zu machen, eine Butterbreze mit Kaffee zu genießen und meine Lieblingszitate aus dem Buch zu sammeln.  Mit letzerem habe ich nie angefangen. Die Katzenvideos haben schon geholfen.

Ich will Neugier statt Sorge. Hoffnung statt Angst. Erwartungsfroh sein statt voller Befürchtungen. Anpacken statt wütend sein: Jetzt leben statt nur in um sich selbst kreisenden Gedanken.